Äbeni Flue

Äbeni Flue

Die Äbeni Flue (auch Ebnefluh) ist ein 3.962m hoher Berg in den Berner Alpen. Über seinen Gipfel verläuft die Grenze zwischen den Schweizer Kantonen Bern und Wallis. 11 KameradInnen machten sich am Wochenende vom 11./12. April auf, um diesen Eisriesen mit Schiern zu besteigen.

Mit den Autos ging es zeitig in der Früh von Vandans nach Grindelwald und von dort mit der Zahnradbahn aufs Jungfraujoch, dem höchst gelegenen Bahnhof Europas (“Topf of Europe”). Leider war das Wetter sehr bescheiden. Die mächtigen Nordwände von Eiger, Möchn und Jungfrau waren vornehm verhüllt und so sahen wir bei den obligatorischen Haltestellen bei den Stationen Eigergletscher und beim Großen Eismeer genau gar nichts.

Der Blick auf der Südseite über den Aletschgletscher Richtung Concordiaplatz war dafür umso imposanter. Wir fuhren mit den Schiern dorthin ab, zogen die Felle auf und stiegen der Hollandiahütte zu. Zum Glück waren die GPS-Geräte geladen, denn das Wetter verschlechterte sich zusehend, die Sicht nahm mehr und mehr ab. Ohne technische Hilfe wäre unser Übernachtungsziel nur schwer zu finden gewesen.

Die freundliche Aufnahme auf dem 3.240m hoch gelegenen Adlerhorst verdient eine extra Erwähnung. Das Essen war ausgezeichnet, wenn man bedenkt, dass alles hier herauf geflogen werden muss und es im Winter kein Fließwasser gibt. Die strahlenden Gesichter der Mädels und Nachschlag bis zum Platzen machten dann auch die relativ hohen Getränkepreise und den strengen Geruch im Untergeschoß, hervorgerufen durch das Trockenkompostklo, rasch vergessen.

Am nächsten Tag war um halbsechs Uhr Tagwache. Der Sonnenaufgang über dem Aletschgletscher bot ein prächtiges Farbenspiel, das Wetter hatte sich bis auf ein paar hohe Federwolken aufgeräumt. Gestärkt von Müsli und Marmeladebrot bewegten wir uns in dem der Höhe geschuldeten Tempo in Schlangenlinien über den Gletscher. Die ausgeprägte Südwestflanke des Gipfelaufbaues kam nur langsam näher.

Dem kurzen Gipfelgrat folgend erreichten wir ohne Probleme gegen halbzehn die Äbeni Flue. Der Rundumblick bot das who is who des Alpenbogens. An der Nordseite ein gewaltiger Tiefblick ins Lauterbrunnental, Jungfrau, Mönch und Eiger in Griffnähe und im Süden die höchsten Alpengipfel des Mont Blanc Massivs. Auch das Matterhorn lugte ein Stück hinter dem Monte Rosa hervor.

Nach kurzer Rast und einem Gemeinschaftsfoto fuhren wir zur Hollandiahütte ab und nahmen das dort deponierte Material wieder auf. Über die Lötschenlücke ging es dann durchs gleichnamige Tal hinaus, wo uns nach zwei Tagen in Schnee und Eis die ersten von Lärchen gesäumten Alpgebäude empfingen. Den Bus in Blatten versäumten wir um gerade fünf Minuten, was uns zu einer Stunde Zwangspause verdonnerte. Wir genossen es in der warmen Frühjahrssonne zu sitzen, dem Rauschen des Baches zu lauschen und die impossante Bergwelt zu betrachten.

Mit Bus und Zug ging es dann via Brig zuerst entlang der Rhone, dann durch den Lötschbergtunnel nach Spiez und weiter nach Interlaken. Unsere zwei Fahrer mussten von hier noch nach Grindelwald die Autos holen, während wir das Kommen und Gehen am Bahnhof studierten.

Nach drei Stunden Autofahrt hatte uns die Heimat wieder. Ein großes Danke gilt Wolfgang für die ausgezeichnete Organisation und unserem Bergführer Matthias, der für Sicherheit und Wegfindung verantwortlich zeichnete. Beide hatten zudem die zusätzliche Bürde des Autofahrens zu tragen.

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