Kamerad Josef Egele verstorben

Kamerad Josef Egele verstorben

Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.

                              Antoine de Saint-Exupéry

Energie und Mut sind wichtige Wegbegleiter für eine schwere Zeit der Krankheit und Sorge. Die Zuversicht, Geduld und bestimmt auch die Liebe zu sich selbst kann wahre Wunder bewirken! Die gesamte Mannschaft denkt an dich und wünscht dir und deiner Familie gesegnete Weihnachten und viel Kraft für das kommende Jahr 2016.

Dies waren meine letzten an Josef gerichteten Worte, denn es ist in der Ortsstelle Vandans zur Tradition geworden, dass der Ortsstellenleiter gegen Jahresende in einem Brief allen Bergrettungsfrauen- und Männern für ihren Einsatz dankt.

Die Worte an Josef waren andere. Damit wollten wir ihn auch wissen lassen, dass er in diesen schweren Zeiten seiner Krankheit nicht allein ist, sondern auf unsere Hilfe, die der gesamten Ortsstelle zählen kann. Doch all die gut gemeinten Wünsche, alle unsere positiven Gedanken blieben unerhört. Am Sonntag, dem 10. Jänner 2016 hat ihn der Herrgott zu sich geholt.

Mit 17 Jahren ist Josef am 20. September 1968 als Mitglied in die Bergrettung Vandans aufgenommen worden, um Menschen aus alpiner Notlage zu retten. Mit seinen 47 Jahren bei der Bergrettung Vandans zählte er gewiss zu den dienstältesten und erfahrenen Bergrettern. Sein ruhiges Auftreten, seine unauffällige, bescheidene immer ruhige Art, haben wir besonders geschätzt. Als bodenständig, stets natur- und heimatverbunden, war er ein Kamerad auf dem man sich immer verlassen konnte. Der starke Zusammenhalt und die ausgeprägte Kameradschaft innerhalb der Bergrettung Vandans waren die vielen Jahre hinweg auch sein Verdienst. Und wann immer für unsere Ortsstellenaktivitäten eine helfende Hand gebraucht wurde, Josef war meistens zur Stelle und das, obwohl er als Unternehmer, mehr als nur alle Hände voll zu tun hatte. Seine Fähigkeiten als Elektriker waren beim Ausbau unseres Bergrettungsheimes besonders wichtig. Josef war immer mit Eifer bei der Sache – ob als Funkreferent oder Berater unserer Zeugwarte. Und wenn es um Neuanschaffungen innerhalb der Bergrettung ging, hat er als Geschäftsmann nie die Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit, und Wirtschaftlichkeit außer Acht lassen.

Josef hat sich auf seinen Ruhestand, „uf dia Zit danoch“ besonders gefreut, wollte er mit seiner Familie, seinen Enkeln endlich mehr Zeit verbringen. Doch kurz vor diesem neuen Lebensabschnitt begann auch seine schwere Erkrankung. Welcher Sinn wohl dahinter stecken mag, wir wissen es nicht. Der Herrgott braucht vermutlich gute Männer und so einer war Josef allemal.

„Wenn an so liaba Mensch wia`s dr Josef gsi isch, vo üs goht, isch es schwer dia richtiga Ward z‘finda.

In einem Zitat heißt es, dass es so ist, als verschwände ein Schiff hinter dem Horizont. Es ist immer noch da, wir sehen es nur nicht mehr. Und ich bin mir ganz sicher, so ist es auch beim Josef. „Er isch zu sinera lötschta Tour ufbrocha. Anera Tour, bi der mir‘n net begleita könn. Doch dia Erinnerig an all des schöne mit ihm Erlebte, trägan mir in üsera Herza.“

Lieber Josef – ein allerletztes Berg Heil

im Namen aller Bergrettungskameradinnen und Kameraden.

Ruhe in Frieden!

Andreas Bodingbauer, am 14. Jänner 2016